Wenn ein Todesfall zu Hause eintritt

Wenn Ihr Angehöriger das Privileg hat, zu Hause von unserer Welt zu gehen, ist dies ein in jeglicher Hinsicht besonderer Moment. Besonders schwer, besonders nah. In jedem Fall besonders und emotional.  

Diesem emotionalen Erlebnis stehen rationale, konkrete Taten gegenüber, die unternommen werden müssen:

Sie müssen den Hausarzt oder, wenn dieser nicht verfügbar ist, den Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 (bundesweit einheitlich) benachrichtigen, damit der Tod amtlich festgestellt werden kann. Bitte beachten Sie, dass am Verstorbenen keine Veränderungen vorgenommen werden sollen, bis ein Arzt eintrifft. Sie können selbstverständlich ihren Angehörigen umarmen, seine Hand halt und Nähe zu ihm suchen. Dem Arzt geht es in erster Linie darum, eine korrekte Todesbescheinigung ausstellen zu können, auf der alle wichtigen Informationen zum Verstorbenen hinterlegt werden. Dazu können Sie den Personalausweis Ihres Angehörigen bereithalten.

Wie lange kann der Verstorbene zu Hause bleiben?

Sie dürfen entscheiden wie lange innerhalb des gesetzlichen Rahmens von 36 Stunden Sie Ihren Angehörigen bei sich im eigenen Zuhause behalten wollen, bevor er dann zu einem Friedhof, ein Bestattungshaus oder ins Krematorium gebracht wird.

Wie auch immer Sie sich an dieser Stelle entscheiden, soll und darf nicht verurteilt werden. Abschied hat so viele Facetten, jeder nimmt Abschied anders wahr und geht einzigartig damit um. Viele nutzen die Zeit bis zur letzten Sekunde aus. Andere behalten lieber den Glanz in den Augen und das Lächeln auf den Lippen in Erinnerung als ein schlafendes Gesicht. Wichtig ist in erster Linie, dass es für Sie ein guter Abschied ist. Egal wie viel oder wie wenig Zeit Sie dabei mit Ihrem Verstorbenen verbringen möchten.

Mehr Informationen dazu finden Sie unter der offiziellen Bestatterhomepage.  

Im Zimmer des Abschieds

Wir haben am Anfang lange nicht verstanden, weshalb unsere Oma die Tür zum Wohnzimmer, wo Opa verstorben war, so lange geschlossen hielt. Nun ja. Wir haben gelernt, dass das die Millionen Facetten des Abschieds sind. Machen Sie es deshalb so, wie es sich für Sie persönlich richtig anfühlt. Egal was andere darüber denken könnten oder gar sagen. Das macht einen guten Abschied aus. Wenn er für Sie gut ist.

Rituale können helfen.

Deshalb sind hier im Folgenden ein paar symbolische Handlungen aufgelistet, die vielleicht ein erster Schritt auf dem Pfad der Trauer sein können. Wir legen Ihnen von Herzen nahe, diesen Pfad der Trauer nicht zu umgehen. Dieser Weg muss gegangen werden, damit man ihn hinter sich lassen kann. …und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Damit das gelingen kann, muss man sich trösten. Und Trost lässt sich am besten in offener, gesunder Trauer finden.

Daher bemühen Sie sich nicht, zwanghaft kein Mitleid zu erregen. Mitleid ist, was uns durch diese Zeit hilft. Wir Menschen sind soziale Wesen, wir brauchen das Mitgefühl von anderen. Es ist nichts Verwerfliches oder Schwaches daran, in dieser Zeit auf Mitleid aus zu sein. Sie müssen stark genug sein, all das zu verkraften. Nehmen Sie Mitleid dankbar an und scheuen Sie sich nicht, ihre Trauer nach außen zu zeigen. Sei es in Form von Trauerkleidung oder indem Sie ehrlich aussprechen, dass Sie in den Arm genommen werden wollen.

Vielleicht finden Sie auch hier Anregungen, wie Sie Ihre Trauerbewältigung beginnen möchten:

  • Manche öffnen weit ein Fenster, um die Seele ins Freie zu lassen
  • Frische Blumen als letztes Geschenk und Symbol, dass alles vergänglich ist
  • Andere zünden Weihrauch an oder Gewürze mit Hilfe von Räucherstäbchen
  • Gebete sprechen (alleine oder mit einem Pfarrer)
  • persönliche Worte aussprechen/flüstern – noch ein letztes Mal in das Antlitz oder Ohr ihre geliebten Menschens
  • Eine einfache Kerze, die brennt, kann Licht und Wärme vermitteln
  • Wenn die Liebe des Angehörigen durch den Magen ging, kann man dessen Leibspeise kochen und noch einmal bewusst für ihn den Tisch decken, ihn an der Mahlzeit teilhaben lassen
  • Vielleicht möchte man „gefühlt“ noch ein letztes Mal anstoßen und öffnet das Lieblingsgetränk des Verstorbenen
  • Lassen Sie die Lieblingsmusik Ihres Verstorbenen laufen
  • Vielen hilft es, das Zimmer in Ordnung zu bringen (Medikamente verschwinden zu lassen)
  • Das Sprichwort „Wer schreibt, der bleibt“ kann hier ganz anders verstanden werden. Oft hilft es den Hinterbliebenen, Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen

In Goodbye steckt das Wort „good“ – tun Sie, was nötig ist, damit es für Sie ein guter Abschied ist.